Seiffener produziert erfolgreich Motorradschwibbögen
Nicht Weihnachtsland sondern Motorradland Erzgebirge leuchtet auf, wenn der Seiffener Gerd Hofmann sein neuestes Werk - den Motorradschwibbogen - einschaltet.
Seiffen. "Auf die Idee, einen Motorradschwibbogen herzustellen, hat mich ein Kunde gebracht", erzählt Gerd Hofmann. Dieser Kunde war der Inhaber der Bärensteiner Motorradpension Zur Fichte. "Er wollte für die Fenster seiner Einrichtung sowie zum Verkauf eine Kombination aus Schwibbogen und Motorrad haben", erzählt Hofmann weiter. Der Seiffener, der selbst ein leidenschaftlicher Biker ist, tüftelte, bastelte, verwarf und gestaltete neu. Nach zwei bis drei Wochen Entwicklungszeit war dann der Prototyp mit getrennt schaltbarer Innen- und Außenbeleuchtung fertig und sein Kunde begeistert.
Für Hofmann ist die Sache damit aber längst nicht beendet. "Ich habe schon wieder ein paar Ideen im Kopf, wie ich den Bogen weiter verfeinern kann", sagt der Chef der kleinsten Motorradschmiede Sachsens - wie der Seiffener seine Werkstatt nennt.
Für Aufsehen hatte Hofmann bereits im vergangenen Jahr mit seinen Räuchermotorrädern gesorgt, bei denen es aus dem Auspuff nicht nach Benzin stinkt, sondern nach Weihrauch duftet. Die breite Palette der von ihm konstruierten rauchenden Zweiräder - von der Chopper über die Touren- bis zur Enduro- und Sportlermaschine - kommt dem ehemaligen Moto-Cross-Fahrer jetzt zugute.
"Bei der Bestückung des Schwibbogens kann zwischen den einzelnen Motorrad-Typen gewählt werden", erläutert Hofmann, der damit erst seit Januar 2007 sein Geld verdient. Aber nicht nur die Motorräder sind austauschbar. "Für die Motorradpension in Bärenstein sollte ich neben das Zweirad einen Engel und einen Bergmann stellen, um so ein Stück erzgebirgischer Tradition zu transportieren. Mir persönlich gefällt der Bogen aber besser in der Version mit dem hartgesottenen Biker und der mit Botox -aufgespritzten Blondine", verrät Hofmann mit einem Lächeln.
Und weil bei ihm offensichtlich alles qualmen muss, was zwei Räder hat, tüftelt der Seiffener bereits parallel an einem Räucherfahrrad. Das soll seine große Feuertaufe beim diesjährigen Erzgebirgsbike-Marathon (EBM) im August erleben. Damit an den hölzernen Drahteseln auch alles maßstabsgerecht ist, hat sich Hofmann schon mehrfach den EBM-Cheforganisator Albrecht Dietze zur Produktbegutachtung eingeladen.
Foto: msz/Jan Görner, Text Freie Presse 5.4.08