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Villingen-Schwenningen (VS)
Die Doppelstadt mit Kreisstadtstatus ist Oberzentrum des Schwarzwald-Baar-Kreises. Die Baar ist eine auf 600 – 900 m über dem Meer gelegene Hochebene in Südwestdeutschland am Rande des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb. Mit über 80.000 Einwohnern ist VS ziemlich groß, in unserem kleinen Nest Pfaffenweiler spürten wir aber nicht viel davon. Im Schwarzwald-Baar-Kreis befinden sich der Neckarursprung sowie die Donauquelle mit den Zuflüssen Brigach und Breg. VS selbst liegt an der Brigach. Zwischen den beiden Stadtteilen verläuft die Grenze der ehemaligen Länder Baden und Württemberg sowie die europäische Wasserscheide. Villingen-Schwenningen ist Zentrum der alemannisch-schwäbischen Fast- nacht.
Uns hatte es besonders der Stadtteil Villingen angetan, nicht nur wegen Karins Stiefel-Notkauf. Irgendwo las ich, daß Villingen einer bundesweiten Umfrage zufolge die Stadt mit dem besten Lebensgefühl in Deutschland sei. Aber da gibt es wohl doch mehrere Studien… Fakt ist: Villingen hat ein tolles Stadtleben in einer lebenswerten, intakten und in sich geschlossenen sowie verkehrsberuhigten Altstadt (Innenstadt).
das Riettor links und ein Straßencafe rechts
Erste Tour:
Brigachtal – Donaueschingen – Wutachtal – Blumberg – Bräunlingen
Gestartet in Pfaffenweiler schlugen wir die Richtung Brigachtal (Gemeinde) im gleich- namigen Tal ein. Da die Brigach ein Quellfluß der Donau ist und wir zur Donauquelle wollten, war dies die logische Richtung. Donaueschingen hieß das Ziel. Nun heißt zwar ein Spruch „die Donau kommt vom Schwarzwald her, und mündet in das Schwarze Meer“, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die Quelle in Donaueschingen ist nicht völlig korrekt. Von Furtwangen kommt die Breg, vom Ort Brigach die Brigach. Nach etwa 47 km fließen sie in Donaueschingen zusammen und bilden die eigentliche Donau. Denn „die Brigach und die Breg, bringen die Donau zuweg´ “. Aber so ein gewaltiger Strom wie die Donau will eine richtige Quelle haben, dachte man schon zur Römerzeit. Und so hat die Donau eben drei gleichberechtigte, wenn auch nicht drei gleich populäre Quellorte.
In Donaueschingen zwischen Schloß und Kirche, in der Nähe des Schlossparks, ist die Quelle zu finden. Sie wird von allerlei Menschen aus aller Herren Länder besucht. Tafeln aus Bronze, Stein oder sonstige Reliefs aus Ländern oder einzelnen Städten an der Donau zieren die Umrandung der Quelle. Über 2.840 Kilometer hat sie von hier an vor sich.
Mutter Baar zeigt der jungen Donau ihren Weg zum Schwarzen Meer
Von Donaueschingen fuhren wir ins Wutachtal. Noch romantischer ist sicher die anschließende Wutachschlucht. Das ist aber ein reines Wanderziel. Wir waren aber per Motorrad unterwegs und suchten uns demzufolge ebenso romantischen Ersatz. Zwischen den Blumberger Ortsteilen Achdorf und Fützen verläuft eine völlig unscheinbare Straße, ein Fahrweg eher. Auf halbem Wege stand eine Bank. Also anhalten, Brötchen und Kaffee auspacken, Pause. Während Karin über die Apfelbäume herfiel, hielt ein einheimischer Triumph-Fahrer an und wollte wissen: „Verfahren, oder Absicht?“. „Absicht“, sagte ich. Da staunte er nicht schlecht über unsere Reisevorbereitungen. Er klärte uns noch auf: „Ihr seid hier auf dem Wellblechweg, wegen der Geländebeschaffenheit heißt er so“. Später schrieb er mir noch einen Kommentar in mein Gästebuch. . . .
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Die Sauschwänzlebahn verkehrt hier ab Blumberg. Über Lausheim wollten wir weiter und querten die Bahnlinie. Logisch, daß wir die Dampfeisenbahn treffen wollten. Aber daß es so schön klappt… Am Bahnübergang unterhielten wir uns mit einem einheimischen Biker in meines Vaters Alter, dessen Frau gestorben war und er nun seiner einzigen verbliebenen Freude frönte. Und - er kannte sogar Wilkau-Haßlau. Das is´n Ding
Sauschwänzleeisenbahn im Bhf. Lausheim
Ein herrliches Stück Landschaft folgte auf dem Weg nach Bräunlingen. Über schöne Höhenpassagen fahrend bekamen wir im Raum Schwärzenbach erstmals, wenn auch in einiger Entfernung, den Feldberg zu Gesicht.
Schwärzenbach links, und Feldbergblick rechts
Das nächste Etappenziel war Bräunlingen. Leider war der gesamte Markt aufgehackt. Aber wir fanden das Städtchen dennoch schön. Die Motorräder an der Kirche abgestellt und los ging es zu Fuß. Bräunlingen hat einen schönen, gemütlichen Altstadtkern. Leider war auch die Kirche eingerüstet und geschlossen. Kirchen stehen nämlich immer mit auf unserem Programm.
Bräunlingens Stadttor, das Mühlentor
Originell war auch ein Springbrunnen am Kostümverleih des Theaters. Wenn man ihn erstmal in Ruhe anfing zu betrachten, entdeckte man immer wieder Neues.

Über Bruggen, Wolterdingen und Tannheim begaben wir uns dann heimwärts. Die erste Schwarzwaldschnuppertour hatten wir hinter uns und freuten uns auf folgende. Wir hatten Lust auf mehr bekommen . . .
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